SPENDENÜBERGABE
 
Am 15. Juli war es endlich soweit. Ich flog mit € 20.000 aus dem Frieslauf und einer gewissen Anspannung (Geht alles gut? Komme ich gut durch die diversen Checkpoints? Wie wird der Aufenthalt in der Westbank werden?) nach Tel Aviv. Da ich das Geld nur auf mehrere Etappen wechseln konnte, blieb ich Freitag und Samstag noch in Nazareth. Am Sonntag brachte mich Schwester Martha, (sie leitet seit März ein Pilgerhaus in Nazareth) zeitig in der Früh mit dem Auto über die Grenze. Seit letzten Oktober ist es möglich , mit einem israelischen Auto ohne längere Wartezeiten in palästinensisches Gebiet zu fahren — ein kleines Wunder. Noch letzten Sommer musste ich zu Fuß über die Grenze, mit endlos langen Wartezeiten. Dieses Mal brauchte ich nur wenige Minuten, um den Checkpoint zu passieren.
 
Per Taxi fuhr ich im Slalom (um den vielen Schlaglöchern auf der Straße auszuweichen — wohl gemerkt: nichts für magenempfindliche Passagiere!) nach Zababdeh, wo mich die Gemeinde, allen voran Abuna Firas, schon erwartete. Es war ein berührendes Gefühl so nett und herzlich empfangen zu werden. Die Kinder, die ich schon vom letzten Jahr kannte, kamen mehr oder weniger schüchtern auf mich zu und plauderten los. Oh weh, jetzt war es an der Zeit, meine 25 arabischen Vokabeln wieder hervorzukramen. Am besten klappte noch die Zeichensprache.
 

Nach einer traditionellen arabischen Bewirtung mit Kaffee, Wasser, Melone, Süßigkeiten, Tee und Kuchen ging es gleich an die Arbeit. Abuna Firas hatte schon eine Liste mit den Familien vorbereitet, die wir unterstützen wollten.

Ich erfuhr von jeder Familie, warum sie bedürftig ist und meist waren es traurige Schicksale, von denen ich da hörte.

 

Am Nachmittag fuhren wir nach Jenin, um Schulsachen für 42 Kinder zu kaufen. Dies war ein Abenteuer pur, es wurde verhandelt, Kaffee getrunken und wieder verhandelt, alles lautstark und manchmal heftig.


Die große Einkaufsstraße von Jenin

 
Nächsten Tag veranstaltete Abuna Firas gemeinsam mit den Kindern und den Jugendlichen ein Fest, um sich für die großzügige Spende zu bedanken. Ich zeigte den Kids die Fotos von unserem Frieslauf und erzählte ihnen von diesem tollen Event. Spontan entschieden sie einen kleinen Lauf zu veranstalten, einige zogen sich sofort die mitgebrachten roten KIKA T-Shirts an und hatten beim Laufen einen Riesenspaß.
 

Es war eine Freude ihre strahlenden Gesichter zu sehen.

Am Abend kamen die Eltern, um sich ebenfalls zu bedanken. Sie schicken ganz viele Grüße und sagen aus ganzem Herzen
DANKE – SHUKRAN – TODA RABA
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