Musicals
         

friesgasse musical productions

Es begann mit einer eher beiläufigen Bemerkung im Sekretariat während der Vorbereitungsphase zum großen Projekt „Jüdisches Leben“ im Jahr 1995. Ich hatte viele Jahre davor als Austauschschülerin in den USA bei einer Gemeindetheaterproduktion des Musicals „Fiddler on the Roof“ (in deutschsprachigen Ländern bekannt als „Anatevka“) mitgewirkt und seither das Stück heimlich „im Herzen getragen“.

Auf nicht mehr nachvollziehbaren Wegen kam meine Aussage „Zu dem Projekt würde ANATEVKA gut passen“ der richtigen Person zur richtigen Zeit zu Ohren, und auf ebenfalls nicht mehr erinnerliche Weise war bald die Entscheidung getroffen: „Wir machen´s!“, und so nahmen die Dinge ihren Lauf. Tonio Fuchs, Vater dreier Schüler unserer Schule, Schauspieler und versierter Theaterpädagoge, übernahm Regie und Hauptrolle und führte im Verein mit dem Musikerteam (Martin Nowak & Christa Oprießnig) und unserer Choreographin Sylvia Munzar die Mitwirkenden (über 40 SchülerInnen, ProfessorInnen und Eltern und einige Gäste, die das 14-köpfige Orchester vervollständigten) durch eine intensive Probenphase und eine Serie von bewegenden Aufführungen im März 1996.

Fünf Jahre später, im Herbst 2001, waren die Zeit und - nach intensiven Vorbereitungen - die Beteiligten reif für eine weitere Produktion: JOSEPH (im Original „Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat“ von Andrew Lloyd-Webber und Tim Rice) unter der Regie und Choreographie von Karen Gerstl (ehemalige Unterrichtspraktikantin für Mathematik und Sport). Zu den etwa dreißig SchülerInnen gesellten sich drei erwachsene Schauspieler/Sänger; die Band bestand wie in den folgenden Produktionen aus Lehrern und Schülern. Aufgrund des großen Erfolges der Aufführungen wurde im Frühjahr 2002 eine weitere Aufführungsserie angesetzt.

Wiederum zwei Jahre später übernahm Lisa Fuchs, die bei Anatevka auf der Bühne gestanden war und nach der Matura eine Schauspielausbildung absolviert hatte, die Regie bei PIPPIN. Das Leading Team wurde durch Mirjam Gatterer bereichert, die mit Sylvia Munzar gemeinsam die Choreographie übernahm. Das Interesse der erfreulich vielen SchülerInnen (und zweier Absolventen), die für die anspruchsvollen Hauptrollen gleichermaßen gut geeignet waren, machte es erforderlich, einige Rollen doppelt zu besetzen. Die Aufführungen fanden im März 2004 in der Aula unserer Schule statt.

Bei der Produktion, JESUS CHRIST SUPERSTAR im Schuljahr 2005/06 wurde der im Kleinen schon bewährte (aber bei über 50 Schauspielern logistisch extrem aufwändige) Modus der zwei Besetzungen konsequent weiterverfolgt. JedeR MitwirkendeR lernte (mindestens) zwei Rollen und spielte an einem Abend die eine, am nächsten die andere. Der Lernaufwand für die SchauspielerInnen war zwar deutlich größer, förderte den Teamgeist und die professionelle Haltung aber enorm.

Bei dieser Riesenproduktion wurde die Regie – wie bei Choreographie und Musik schon bewährt – ebenfalls von einem eingeschworenen Duo übernommen: Ingrid Gruber, ein Jahr zuvor Unterrichtspraktikantin für Russisch und Französisch an der Friesgasse, und ihr Bruder Christian brachten ihre Erfahrungen aus einer Produktion von JCS in Stockerau ein. Sie hatten auch für die Textbearbeitung gesorgt, die - während der Proben von den Mitwirkenden noch erweitert  - eine gegenüber dem Original wesentlich bessere Verständlichkeit der Handlung mit sich brachte.

Aufgrund der Zahl der Mitwirkenden (über 60 SchauspielerInnen, Musiker, Techniker) und der enormen feuerpolizeilichen Beschränkungen war an Aufführungen in der Aula der Friesgasse nicht mehr zu denken. Im Haus der Begegnung Mariahilf fanden wir ein perfekt geeignetes Theater und konnten dort in zwei Aufführungsserien (November 2005 und April 2006) etwa 2000 Zuseher erreichen.

In den Sommerferien 2007 begannen die Vorarbeiten für die nächste Produktion: TANZ DER VAMPIRE. Ingrid Gruber, Andreas Kornsteiner, Karl  Lippert und Sylvia Munzar bearbeiteten den Text und erstellten eine Fassung, die auch zwei neue Rollen beinhaltet. (Die Vorüberlegungen zur Bearbeitung des Originals sind im Programmheft nachzulesen). Die durch Kürzungen und Änderungen bearbeiteten Liedertexte wurden von Martin Nowak nebst den Noten in unzähligen (geschätzten 120) Arbeitsstunden in den Computer getippt und gemeinsam mit den Schauspieltexten zu einem perfekten Drehbuch zusammengestellt, mit dem im Sommersemester 2008 die Proben beginnen konnten. Nach vielen Freitagsproben, zwei Probenwochenenden im Waldviertel und etlichen Samstagsproben in der Schule waren Ensemble, BühnenarbeiterInnen, TechnikerInnen, Band – sehr tatkräftig unterstützt von einem großartigen Buffetteam – bereit für die Aufführungen, die wieder im Haus der Begegnung Mariahilf stattfanden. Hinsichtlich des Durchhaltevermögens stellte diese Serie alle bisherigen in den Schatten: acht Vorstellungen in sieben Tagen – das wäre auch für Vollprofis, die am Tag danach nicht in die Schule gehen müssen, eine große Herausforderung. Die Beteiligten haben sie bravourös gemeistert.

Ein ausführlicher - und sehr persönlicher - Bericht zu diesem Musicalprojekt ist nachzulesen, wenn die Vampirzähne weiter unten angetippt werden.

Die bislang letzte große Produktion war jene für den GALA-ABEND im Rahmen des Jubiläumsjahres „150 Jahre Schulzentrum Friesgasse“. Am 20. Oktober 2010 wurde im höchst professionellen Rahmen des „Theater Akzent“ eine Zusammenschau aller fünf bis dahin gespielten Musicals dargeboten.

Die mittlerweile schon gefestigte Musicaltradition in der Friesgasse wird modifiziert fortgeführt. Aus den „friesgasse musical productions“ sind die „friesgasse musiktheater produktionen“ geworden. Eine bloße Namensänderung? Keineswegs – doch lesen Sie selbst nach bei SHOSHANA am Ende der Seite.

Mag.a Christa Oprießnig                                                                                                                                                       

 
         
Anatevka   Pippin
         
Joseph   Jesus Christ Superstar
         
Tanz der Vampire   Shoshana