Jesus Christ Superstar

Musical von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice

 

     

Das Musical „Jesus Christ Superstar“ entsprach dem Zeitgeist der 70er Jahre. Die Jugend jener Zeit war von einer regelrechten Jesus-Welle erfasst. So waren die Hippies der Nach-Woodstock-Generation auf der Suche nach einem Gottessohn, der ihre Sprache spricht. Ihn fanden sie im rockigen Musical von Webber und Rice. Erstveröffentlichung: 1970), das die Passionsgeschichte Jesu in alltäglicher Sprache erzählt. „Jesus Christ Superstar“ wurde zu einem Welterfolg.

„Jesus Christ Superstar“ ist die 4. Musicalproduktion der AHS Friesgasse, nach „Anatevka“ (1996), „Joseph“ (2001) und „Pippin“ (2004). Für die Schulaufführung wurde eine bereits vorliegende Bearbeitung des Originals verwendet. Wesentlicher Unterschied zur ursprünglichen „Rock-Oper“ sind gesprochene Texte in deutscher Sprache. Es erfolgten weitere Adaptionen im musikalischen Bereich. Mit den Probearbeiten (wöchentliche Proben, mehrere Intensiv-Proben-Wochenenden und –Tage sowie individuelles Coaching der Solisten und Solistinnen) wurde im März 2005 begonnen.

 

 

 

Jesus von Nazareth

Was ist das für ein Mensch? (Mk 4,41)

Nach dem Zeugnis der Evangelien fragen Menschen von Anfang an nach Jesus – bewundernd, neugierig, erschrocken, entrüstet oder feindselig. Jesus steht im Widerstreit der Meinungen, nichts an ihm ist selbstverständlich, darum auch nicht der Glaube an ihn.

In den Jahrzehnten, die Jesus lebt, wird Palästina von der römischen Besatzungsmacht kontrolliert. Es herrschen Rechtsunsicherheit und Korruption. Viele Juden sind arm. Räuberbanden verunsichern die Wege, Aufstände werden mit harter Hand unterdrückt, Tausende erleiden den Tod am Kreuz. Die Juden erwarten einen Messias, einen aus dem Hause Davids, der alles richten und den Staat Israel wieder aufbauen würde.

Wer ist nun dieser Jesus wirklich? Was wissen wir von ihm?

Jesus ist Jude, der Sohn Josefs und Marias. Von seiner Kindheit erfahren wir fast nichts, erst mit 30 Jahren tritt er in der Öffentlichkeit als Wanderprediger auf. Er schart viele Männer und Frauen um sich, seine engsten Vertrauten sind die zwölf Apostel. Die zentrale Botschaft Jesu lautet: „Die Herrschaft Gottes ist angebrochen. Ändert eure Einstellung!“ Jesus selbst nennt sich nicht Messias, er zeigt aber ein göttliches Sendungsbewusstsein. Seine Lebensführung erregt Aufsehen und weckt Widerspruch. Als Zeichen der Nähe Gottes heilt Jesus Kranke. Er hält Mahlgemeinschaft mit Menschen, die von rechtgläubigen Juden verachtet werden. Besonders radikal wirken bis heute die Forderungen Jesu, auf allen Reichtum zu verzichten und sogar seine Feinde zu lieben. Es fällt schwer, sich seinen Lehren zu entziehen. Die Überzeugungskraft Jesu erwächst daraus, dass er selbst nach seinen Grundsätzen lebt.

In Galiläa hat Jesus zunächst großen Erfolg. Die Schar seiner Jünger und Sympathisanten wird so beachtlich, dass Vertreter des traditionellen Judentums unruhig werden.

Jesus verlagert seine Tätigkeit nach Jerusalem. Dort gerät er in Konflikt mit der jüdischen Obrigkeit. Die Behörden nehmen ihn fest, unterziehen ihn einem Verhör und klagen ihn beim römischen Statthalter Pontius Pilatus an. Auch im jüdischen Volk macht sich ein deutlicher Stimmungsumschwung bemerkbar: Für die Juden war es ein Skandal, dass Jesus offen überlieferte und praktizierte Gebotsauslegungen in Frage stellte. Gesetzestreue war für die Juden ein äußerst wichtiges Kennzeichen ihres Glaubens, Jesus hingegen erachtete die Nächstenliebe als ein deutlich höher stehendes Gut. Besonders gravierend war, dass Jesus sich als Sohn Gottes bezeichnen ließ. Die Juden sahen das als Gotteslästerung an, die mit dem Tode zu bestrafen war. Dieser religiöse Hintergrund hätte für eine Verurteilung aber nicht ausgereicht. Pontius Pilatus verurteilt Jesus schließlich auf einem anderen Rechtshintergrund zum Tode: Der Hohe Rat beschuldigt Jesus, dass er sich als König der Juden sehe. Das war für die Römer untragbar, war dies doch das alleinige Recht des Kaisers und galt als Hochverrat.

Mit der Hinrichtung ist der Anspruch Jesu - scheinbar - widerlegt, nämlich im Namen Gottes zu reden und zu handeln, „denn ein Gehenkter ist ein von Gott Verfluchter“ (Dtn 21,23). Somit kann Jesus in den Augen der Gegner nicht der Messias sein. Auch seine Jünger müssen nun einsehen, dass er nicht aus politischem Interesse gehandelt hat.

Jesus hatte eine große Leidenschaft für jeden Menschen. Er wollte das Übel an der Wurzel packen: Der Mensch sollte von allem Bösen, von allem inneren Negativen befreit werden, damit die Herrschaft Gottes Wirklichkeit werden kann – zuerst in jedem Menschen – und dann in der Welt. Über allem steht die Liebe, als heilende und froh machende Botschaft. Sein Tod am Kreuz ist eine Konsequenz seiner kompromisslosen Lebensführung, in erster Linie aber seiner Liebe, denn „es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.“ (Joh 15,13).

Sr. Verena Wittibschlager

   

Probenwochenende Eggenburg

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